Weiter geht’s…

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Puuh… viel ist passiert in den letzten Monaten/Jahren. Ich werde allerdings an dieser Stelle nicht erklären warum und was dazu führte, dass ich das Bloggen so lange habe sein lassen, es würde mir an mancher Stelle einfach zu schwer fallen.

Seit einiger Zeit allerdings juckt es mir wieder in den Fingern zu schreiben, schreiben, schreiben. Und jetzt tu’ ich es einfach :-). Ich lasse meinen Blog wieder aufleben und schreibe! Und hoffe, dass der ein oder andere Leser wieder zu mir findet. Die Durchsicht des Kommentarbereichs steht noch aus. Da sind einige in der Warteschlange…

Derzeit bin ich dabei unsere Ernährung stark in Richtung viel, viel mehr Rohkost zu treiben. Mir ist aufgefallen, dass ich bisweilen die Ausgewogenheit vernachlässigt habe und gerade der Gemüseanteil zu manchen Zeiten enorm gesunken ist. Bei mir und auch bei den Kindern. Ich bin auf gänzlich zuckerfrei umgestiegen und mir geht es so viel besser damit, ich kann es kaum glauben. Wenn ich mal etwas süßen möchte nutze ich nur Ahorn-Sirup oder Kokosblütenzucker. Es gibt für alle 1x täglich Smoothie aus Grünzeug, Obst und Hanfproteinpulver. Wir fahren richtig gut damit und fühlen uns alle wieder fitter und ausgeglichener.
Ich koche weiterhin abends für die Familie, wobei ich allerdings weitestgehend auf Kohlenhydrate verzichte und auch die anderen genießen Quinoa und Hirse wesentlich öfter als Beilage als Reis oder Nudeln. Morgens gibt es ausschließlich Vollkornbrot oder Haferflocken mit Mandelmilch/Wasser, Zimt und getrockneten Cranberries. Danach der Smoothie und ich bin gesättigt bis zum Mittag.

Ich möchte euch trotzdem nicht die Gerichte vorenthalten, die ich in den letzten Wochen/Monaten gekocht und von denen ich Bilder geknipst habe:

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Spitzkohl-Nudelpfanne

Spitzkohl in etwas Öl leicht andünsten, mit Paprika- und Zwiebelpulver würzen – oder echte Zwiebeln, aber das geht hier immernoch nicht ;-), etwas Wasser hinzufügen, Gemüsebrühe dazu kurz aufkochen, etwas einkochen lassen, mit Cashew-Sahne oder sonstiger pflanzlicher Sahne verfeinern und mit Salz, Pfeffer, Zucker und einem Schuß Zitronensaft abschmecken (meine Cashew-Sahne besteht lediglich aus Cashews und Wasser; sie ist nicht ganz so schwer und süß wie Fertigprodukte). Mit Nudeln mischen (hier im Bild: Vollkorn-Bandnudeln) und genießen.

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Ein wirklich sensationell leckeres Kürbis-Linsen-Curry

Das Gericht ist wirklich in fünf Minuten zusammen geschmissen und dafür sooooooo genial köstlich. Aufwand-/Nutzenverhältnis = besser geht’s nicht :-).

Hier das Rezept (ca. 2-3 Portionen ohne Beilage, ca. 4-6 mit Beilage):

1/2 Hokkaido-Kürbis, grob gewürfelt
ca. 200 g rote Linsen
2-3 mittlere Kartoffeln, grob gewürfelt
ein Stück Inger, gerieben (je nach Geschmack so viel wie man ertragen kann ;-))
2 Knoblauchzehen, fein gehackt
2 TL rote Thai Curry-Paste von Alnatura
1 Schuß Sojasauce
ca. 200 ml Wasser
1 EL Gemüsebrühe
etwas Süßungsmittel falls nötig (ich habe einen Teelöffel Kokosblütenzucker verwendet – super!!)
Salz, Pfeffer, Sesam- oder Erdnuss- oder Kokosöl zum Anschwitzen
und das nächste Mal werde ich noch vorher gedämpften Blumenkohl mit reinwerfen.

Ingwer und Knoblauch kurz anschwitzen, Thai-Paste dazu, mit einem Schuss Sojasauce ablöschen. Kürbis und Kartoffeln dazu kurz mit anschwitzen, Linsen rein und mit Wasser und Kokosmilch auffüllen. Gemüsebrühe einrühren, einmal aufkochen und bei schwacher Hitze köcheln lassen (ca. 20 min) bis das Gemüse gar ist. Ggf. mit Wasser auffüllen, falls es zu trocken wird. Zum Schluss mit etwas Süße, Salz und Pfeffer abschmecken. Überraschend lecker!

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Backofengemüse und grüner Salat mit Rote-Beete-Körner-Topping

Ein schnelles, leckeres Abendessen!

Für das Backofengemüse:

Bio-Kartoffeln mit Schale, in Wedges geschnitten
Karotten, in dickeren Scheiben
Zucchini, dickere Scheiben
Rote Beete, dickere Streifen
etwas Olivenöl
etwas Paprikapulver
Salz, Pfeffer

Öl in einer Schüssel mit Paprikapulver, Salz, Pfeffer verrühren, Gemüse darin wenden und auf dem Backbleck bei 180° Umluft oder 200° Ober-/Unterhitze ca. 25-30 min. backen oder bis das Gemüse bzw. vor allem die Kartoffeln gar sind.

Für den Salat:

ein grüner Salat
etwas Rote Beete, geraspelt
Petersilienwurzel, geraspelt
Sonnenblumenkerne und Kürbiskerne nach Belieben
Räuchertofu Mandel-Sesem, in Würfel geschnitten
etwas Sojasauce
etwas Olivenöl

Sauce
2 EL Zitronensaft, am besten frisch
2 EL Walnussessig oder Weißweinessig
2-4 EL Wasser
1 bis 2 TL Mandelmus
1 TL Senf
1 Knoblauchzehe
ein paar getrocknete Salatkräuter (z.B. von Lebensbaum)
eine Prise Gemüsebrühe
1 TL Ahornsirup
3 EL Olivenöl, 2 EL Walnussöl, 1 EL Rapsöl (oder nur eine Ölsorte, aber dann gibt’s die gesunden Fette nicht in ordentlichem Verhältnis zueiander :-))
Salz, Pfeffer

Sonnenblumenkerne und Kürbiskerne in einer Pfanne ohne Fett anrösten und mit einem Schuß Sojasauce ablöschen.

Räuchertofu in wenig Öl knusprig anbraten.

Für die Sauce: alle Zutaten bis auf das Öl miteinander vermengen, mit 2 EL Wasser beginnen, abschmecken, falls das Dressing noch zu stark/sauer ist ggf. etwas mehr nachgeben. Zum Schluss das Öl unterrühren.

Grünen Salat mit Rote-Beete-Raspel, Petersilienwurzelraspel und ein paar Körnern vermengen und die Sauce unterrühren. Räuchertofu extra dazu servieren. Mit dem Backofengemüse servieren.

Dann gibt’s noch etwas gedämpften Brokkoli dazu. Passt einfach gut!

Blumenkohl-Seitanhack-Auflauf – vegan

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WOW! Wenn euch – gerade im Winter – nach einem deftigen Auflauf zumute ist, dann probiert diesen! Unglaublich lecker! Nachdem der gesamte Haushalt hier eher auf klassische Gerichte steht und ich ohnehin nicht allzu viel Zeit habe groß in Kochbüchern zu wühlen und nachzukochen, halte ich mich derzeit, mit großem familiären Erfolg :-), an die einfachen gut-bürgerlichen Rezepte. Wie z.B. eben dieses hier. Blumenkohl-Kartoffel-Hack-Auflauf. Mit Seitanhack – selbstgemacht. Wahnsinn.

Das sieht jetzt auf dem Bild nicht spektakulär aus, aber lasst euch nicht täuschen. Im Sommer wäre das definitiv nichts für mich, aber jetzt, zur kalten Jahreszeit, passt das wunderbar auf den Speiseplan.

Zum Entstehen des Rezeptes gibt es auch ein paar Worte zu sagen: ich wollte gestern einen Auflauf machen, wusste aber nicht so genau, wie. Erst schwebte mir Blumenkohl-Brokkoli vor, dann kam mein Mann ohne Brokkoli vom Markt nach Hause, dafür mit Kartoffeln. Also wurde aus Blumenkohl-Brokkoli schon mal Blumenkohl-Kartoffel. Dann hatte ich mich Freitags an Seitan “beefy style” ausprobiert und ein recht gutes Ergebnis erzielt. Mittlerweile arbeite ich sehr, sehr gerne mit Seitan und habe meinen Weg der Zubereitung dafür gefunden. Es kommt in der Familie auch sehr gut an. Ich finde Seitan als Tofu-Alternative unschlagbar bzw. in solchen Fällen wie diesem sogar um Längen besser. So wurde also aus einem Blumenkohl-Brokkoli-Auflauf ein Blumenkohl-Kartoffel-Seitanhack-Auflauf (die Kartoffel habe ich im Titel wegen der Länge unterschlagen). Wenn man nun noch richtig leckere Kartoffeln hat, die so schön geschmeidig schmecken und auf der Zunge zergehen, kann wirklich nicht viel schief gehen.

Ich gebe zu, der Zubereitungsaufwand ist etwas höher. Wenn man gut vorplant und kocht, hält er sich aber in Grenzen. Ich empfehle: Kartoffeln und Seitanhack am besten am Abend vorher zubereiten, dann ist es im Nu zusammen geworfen. Probiert es aus!

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Blumenkohl-Kartoffel-Seitanhack-Auflauf (für eine Standardauflaufform)

1 mittleren Blumenkohl, in feine Röschen zerteilt
ca. 200 g Seitanhack, “wie Rind” (Rezept folgt im nächsten Post)
ca. 500 g Kartoffeln, im Ganzen mit Schale
1 große Zwiebel, gewürfelt
1 Pck. Pflanzensahne (ich hatte Hafersahne)
ca. 200 ml Pflanzendrink (ich hatte Dinkel-Mandel-Drink)
3-4 EL Mandeln, ohne Fett angeröstet
2 EL Sojamehl in 4 EL Wasser aufgelöst (oder anderes Bindemittel der Wahl)
1 EL TK-Kräuter (8-Kräutermischung)
Paprikapulver, Salz, Pfeffer
1 Portion Hefeschmelz (Rezept weiter unten)
etwas Bratöl
Sojasauce
optional: Kala Namak (Schwarzsalz für Eigeschmack)

Hefeschmelz

200 ml Pflanzendrink, kalt! (Dinkel-Mandel-Drink)
4 großzügige EL Hefeflocken (ich verwende hierfür immer Dr. Ritter Edelhefeflocken)
2 EL Margarine oder Sonnenblumenöl
3 gehäufte TL Mehl
1/2 – 1 TL Senf (nach Geschmack)
1/2 TL Salz
1 TL Gemüsebrühe
Muskat, Pfeffer
1/4 – 1/2 TL Bockshornkleesaatpulver

Seitan nach diesem Rezept (Link folgt) zubereiten.

Kartoffeln in der Schale gar kochen (ca. 20 – 30 min., je nach Kartoffeln und Größe). Danach kalt abschrecken und abkühlen lassen. In Scheiben schneiden (ca. 1/2 ca. dick).

Die Blumenkohlröschen in wenig Wasser bissfest garen (oder im Dämpfeinsatz). Höchstens 5 Minuten, sonst wird er im Auflauf nachher matschig! Ich denke, man kann sich diesen Schritt sogar sparen, habe es aber noch nicht ausprobiert.

In der Zwischenzeit den Hefeschmelz zubereiten:
Die Margarine im Topf bei mittlerer Hitze schmelzen lassen (sie muss nicht brutzeln, nur schmelzen). Mehl hinzugeben und unter Rühren ca. 2-3 min. mit anschwitzen. Langsam mit Pflanzendrink ablöschen, dabei ständig weiterrühren, damit sich keine Klümpchen bilden. Etwas andicken lassen, Hitze reduzieren und mit Hefeflocken, Senf, Gemüsebrühe, Salz, Muskat, Pfeffer und Bockshornkleesaat abschmecken. Beim Bockshornklee bitte etwas aufpassen. Es trägt immens zum “käsigen” Geschmack bei, verleiht eine Art Bergkäsearoma (finde ich), aber man darf nicht zuviel nehmen, sonst wird es zu dominant. Lieber mit wenig beginnen und nach oben arbeiten. Dieses Rezept ergibt eine dickflüssige Masse, die sich perfekt zum Überbacken eignet.
Hefeschmelz beiseite stellen.

Um aus Seitan Seitanhack zu bekommen, habe ich die Seitanstückchen, die so aussahen:

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kurz in die Vitamix geschmissen. Danach sahen sie so aus und waren perfekt:

Nun erst das Seitanhack in Bratöl kräftig anbraten, ca. 8-10 min. Mit einem kräftigen Schuss Sojasauce ablöschen. Zwiebelwürfel hinzufügen, Hitze reduzieren und 3 min. mitschwitzen lassen.

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Während das Seitanhack vor sich hin brät, kann die Sahnesauce vorbereitet werden:
Pflanzensahne und Pflanzendrink mit dem Sojamehl-Ei-Ersatz vermischen und mit Salz (optional Kala Namak), Pfeffer, Paprikapulver würzen und die TK-Kräuter einrühren.

Sobald die Zwiebeln angeschwitzt wurden, den Topf oder die Pfanne von von der Platte nehmen und das Sahnegemisch einrühren. Hitze ausschalten, warm werden lassen und abschmecken. Ich habe hier noch ein paar Tropfen Liquid Smoke hinein geschmuggelt, aber das muss sicher nicht sein. War bei meiner verwendeten Menge auch nicht der Rede wert, weshalb ich es nicht in der Zutatenliste aufgeführt habe.

Nun zuerst die Kartoffelscheiben in die Auflaufform füllen, darauf den Blumenkohl verteilen. Dann die Hacksauce darüber gießen und hoffen, dass die Flüssigkeit reicht (im ersten Versuch hatte ich zu wenig und musste nochmal die 200 ml Pflanzendrink zusätzlich zubereiten… – hat natürlich auch etwas Zeit gekostet).

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Mit Mandelstückchen und Hefeschmelz abschließen (ich werfe die Mandelstückchen ganz am Schluß auf den Auflauf, da Zoe die gerne knusprig isst). An diesem Punkt dürfte der Hefeschmelz nochmals richtig angedickt sein. Ich lasse ihn so, man kann ihn aber nochmal kurz aufkochen und mit etwas Flüssigkeit verdünnen. Aber glaubt mir, die Konsistenz ist eigentlich perfekt zum Überbacken, auch wenn es arg zähflüssig erscheint ;-).

Das Ganze dann bei 180° Umluft ca. 25 min. backen oder bis zum gewünschten Knusprigkeitsgrad des Hefeschmelzes.

Dazu passt ganz wunderbar ein leckerer Chinakohlsalat mit einem Dressing aus Zwiebelwürfel, Tomatenmark, hellem Balsamico, Senf, Salz, Pfeffer, Zucker und Öl.

Das Rock ‘n’ Roll Veganer Kochbuch von Jérome Eckmeier

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eckmeier

Ja, ein Lebenszeichen! Es ist einfach zu viel los. Pünktlich zum Arbeitsbeginn haben wir doch tatsächlich noch ein Häuschen gefunden und gekauft und haben somit bis über beide Ohren und noch weiter zu tun. Bankgeschäfte, Kostenvoranschläge einholen, mit Handwerkern absprechen, mit Handwerkern absprechen und nochmals mit Handwerkern absprechen… Ins neue Team einarbeiten. Nebenbei eine Woche mit dem Kleinsten wegen Norovirus im Krankenhaus verbringen usw. Es ist also wirklich viel los bei uns, nicht untertrieben.

Und trotzdem möchte ich euch dieses neue und vor allem tolle Kochbuch nicht vorenthalten!

Jérome selbst ist ein überaus sympathischer Vebu-Chefkoch, dessen Kochvideos man schon längere Zeit auf Youtube verfolgen kann. Und nun hat er auch noch sein eigenes Kochbuch im compassion media Verlag herausgebracht.

Was total überzeugend ist: Jérome fackelt nicht lange herum! Es gibt vier, fünf Seiten lang eine kleine Einführung zu veganen Besonderheiten und Begrifflichkeiten und dann geht’s auch schon los mit den Leckereien. Zuerst gibt’s ein paar Grundrezepte, darunter verschiedene Soßen, Dips, Mayo und selbstgemachte Käsealternativen. Es folgen Kalte Vorspeisen, die meine Gelüste nach deftigen Abendessenvarianten vollends befriedigen: Bayrischer “Worscht”salat (lecker! Ich hatte vergessen die Zutaten anzubraten, wie im Buch empfohlen, und es war trotzdem super!), Vleischsalat, Caprese usw. Auf die kalten folgen die Warmen Vorspeisen, die gleichfalls keinen Wunsch offen lassen. Gefüllte Champignons, Couscous auf gebratenem Chicoreé (hmmm…), gefüllte Auberginenröllchen und verschiedene Suppen. Die Hauptgänge aber dann, die rocken wirklich! Deftig, lecker, super! Mit solchen Gerichten kann ich auch meine polnische Verwandschaft überzeugen *gg*: Buletten aus Soja-Hack mit Bratkartoffeln, Gyros mit Zaziki, Kartoffelburger (sehr lecker!), Hawai-Schnitzel, Vegane Cevapcici mit Djuvec-Reis (mein Mann war restlos begeistert über diesen Klassiker, den er als Kind so gerne gegessen hat!), Rahmmedaillons, Corn-Dogs, Stroganoff, Zwiebelkuchen, und noch einiges mehr! Das Kapitel Desserts und Kuchen rundet die ganze Sache hervorragend ab. Blitzschnelles Eis, Mousse au Chocolat, der Pfannkuchen-Klassiker, Butterkuchen, Marmorkuchen, auch hier gibt es gute einfache Rezepte, die zum Nachkochen bzw. Nachbacken einladen.

Aber: auch Jérome kann als Wiederholungstäter entlarvt werden :-). Wie so oft, gibt es das drölfste Rezept für Rührtofu und veganen Eiersalat oder auch Kürbis- und Kartoffelsuppe. Ich bin nur total froh, dass er Spaghetti Bolognese im Hauptteil ausgelassen hat… Dafür aber Chili und Pizza… Egal, wie immer gilt: für vegane Einsteiger, die das erste Kochbuch zum Thema in den Händen halten, kann es nur hilfreich sein, solche Klassiker wiederzufinden.

Nun ein paar Worte noch zur Aufmachung, die, wie eigentlich immer, wenn es aus dem Hause compassion media kommt, absolut gelungen ist. Die Rock ‘n’ Roll-Atmosphäre ist durch die Bilder wunderbar eingefangen. Es beeindruckt mich sehr, dass alle Bilder im Wohnzimmer von Jérome entstanden sind und vor allem ohne Food-Styling und künstliche Hilfsmittel (Statement von Daniel Heinzelmann, dem zuständigen Food-Fotografen, am Ende des Buches). Man sieht dies den Gerichten/Bildern an und gerade das überzeugt. Tolle Sache, die Herren! Zu vielen Rezepten gibt es noch Profi- bzw. Servier-Tipps oder auch Varianten. Die Rezeptangaben sind einfach und sehr verständlich. Absolut gut für Anfänger geeignet.

Einen kleinen Nachteil hat das Ganze natürlich auch. Die Rezepte bestehen zu 90% aus Sojaprodukten, wobei es keine alternativen Zubereitungszutaten gibt bzw. diese nicht genannt werden. Es ist natürlich so, dass Soja gerade als Fleisch-Ersatz in deftigen Gerichten die beste Alternative bietet. Man kommt in diesem Zusammenhang nur schlecht an TVP vorbei. Insofern, wer, aus welchen Gründen auch immer, auf Soja verzichtet, kauft die Katze im Sack und wird nicht glücklich werden. Das sollte selbstverständlich nicht unerwähnt bleiben. Auch wenn das nicht ein echtes Kriterium ist, sondern einfach eine Tatsache, die beim Kauf nicht unberücksichtigt bleiben sollte.

Fazit: ein tolles Kochbuch voller Klassiker! Wer ab und zu mal gerne deftig genießt und/oder andere verköstigt, der sollte es sich unbedingt zulegen!

P.S.: Bilder folgen. Ich habe es leider nicht geschafft von den bisher gemachten Rezepten Fotos zu machen…

Rüben-Krümel-Ragout und Weltvegantag!

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Rüben-Krümel-Ragout

Hey ho, ja ich weiß, es ist still geworden, aber das wird wieder – versprochen! Gestern bzw. heute feiere ich Elternzeit-Abschied und sehe der Arbeit mit Freude entgegen. Ich freue mich wirklich total! Auch wenn die nächste Zeit sehr anstrengend und organisatorisch die größte Herausforderung wird.

Aber, heute abend ging es erst einmal noch zur Weltvegantagparty nach Karlsruhe *yeah* :-). Social Network sei Dank habe ich eine alte (neue) Bekannte wieder getroffen, die vorgeschlagen hat zusammen hin zu gehen. Super Idee! Es war sehr entspannt und sehr schön. Ich bin nächstes Jahr auf jeden Fall wieder dabei :-).

Und jetzt noch ein bisschen Werbung bevor es mit dem Rezept losgeht: die oben erwähnte alte neue Bekannte hat ein neues Forum ins Leben gerufen: aus-respekt-vegan.de. Es ist noch ganz klein und wartet darauf mit vielen Inhalten gefüllt zu werden. Also, wer Lust und Zeit hat, kommt gerne mal vorbei und schaut es euch an. Der Titel ist übrigens Programm. Die Forenbetreiberin legt großen Wert auf respektablen Umgang im Forum. So kann dort wirklich jeder vorbei schauen – egal ob vegan, vegetarisch oder neugierige Mischköstler. Ich habe dort bereits einen ausführlichen B12-Beitrag gepostet, vielleicht möchtet ihr euch den durchlesen (und ggf. auch Rückmeldungen geben)? Würde mich sehr freuen!

So, das Rezept. Gestern abend gab es dieses leckere Rüben-Krümel-Ragout. Ich habe es vor einiger Zeit schon mal gemacht, aber damals ist es mir nicht so gut gelungen… Aber jetzt! Nichts besonderes eigentlich, aber schnell und lecker! Und vor allem mal ein Rezept mit Saisongemüse :-).

Rüben-Krümel-Ragout (für ca. 4 Portionen)

eine Handvoll Sojaschnetzel
Sojasauce
Gemüsebrühe (genaue Menge kann ich leider nicht festlegen, einfach soviel, dass die Schnetzel gut bedeckt werden damit)
2 Butterrüben, in dünne Scheiben geschnitten oder geraspelt
1 Zwiebel, gewürfelt (optional)
1 EL Mehl
200 ml Gemüsebrühe
200 ml pflanzliche Sahne oder Milch
Muskat, Salz, Pfefer
Sojasauce
1/2 Bund frische Petersilie
Öl zum Anbraten

Zubereitung der Sojaschnetzel: Die Sojaschnetzel in der aufgekochten Gemüsebrühe mit einem Schuß Sojasauce ca. 10 min. ziehen lassen. Danach im Sieb gut ausdrücken.

Zubereitung des Ragouts: Sojaschnetzel bei hoher Hitze gut in etwas Bratöl anbraten – dauert schon gute 10 min. Sie dürfen ruhig knusprig braun werden. Zwiebelwürfel, falls verwendet, und Butterrüben dazu geben, Hitze reduzieren und ein paar Minuten mit anbraten. Mit Mehl bestäuben und anschließen die Brühe eingießen. Gut verrühren, damit es keine Klumpen gibt. Das Gemisch weitere 5-10 min. köcheln lassen, je nach Weichheitsgrad der Buterrüben, dann die Hitze weiter reduzieren und die pflanzliche Sahne oder Milch einrühren. Mit etwas Sojasauce würzen und mit Muskat, Salz und Pfeffer abschmecken. Ein Schuß Zitronensaft passt auch immer :-). Als letztes noch die frische Petersilie unterrühren und entweder mit Nudeln, Reis oder Kartoffeln servieren.

Guten Appetit!

Cookbook-Challenge: Grünkern-Chili und Wolffie’s Cornbread

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Grünkern Chili
Ich gebe zu, zur Zeit ist’s etwas knapp mit der Zeit… Die Vorbereitung auf die Arbeit, die ich im November wieder mit großer Freude beginne nimmt mir einiges an Koch- und Blogzeit. Ich koche momentan eher das Übliche, halte mich an Bewährtes und experimentiere wenig. Aber heute gab es mal wieder ein Cookbook-Challenge-Tag. Ich bin bei der Durchsicht meiner To-Do-Rezepte aus La Dolce Vegan! wieder auf Sarah’s Chili-Con-Bulgur (S. 163) gekommen und habe im Internet nach Bildern und Reviews dazu gestöbert.

Irgendwo habe ich dann gelesen, dass 1. das Rezept super schmecken soll und 2. das Cornbread von Wolffie dazu die Sache noch wunderbar abrundet. Da alle Zutaten im Haus waren, gab’s nichts zu Überlegen. Ran an den Ofen und Herd und nachgekocht. Und damit es auch eine Herausforderung ist, gleich den Vater zur Premiere eingeladen :-). Hoffentlich schmeckt’s…

Es war super köstlich, lecker und das beste Chili bislang! Das süßliche Cornbread ist meiner Meinung nach wirklich eine tolle Ergänzung zum scharfen Chili. Und das gewürzte Grünkernschrot hat zum genialen Geschmack beigetragen. Dabei erhält das Chili ein bisschen Biss durch den Grünkern. Viel besser als die Tofu- oder Sojaschnetzelvariante. Unbedingt ausprobieren! Die Schärfe kann selbstverständlich angepasst werden. Das hier war schon recht scharf, wobei wir das so mögen. Lieber etwas weniger würzen (erst mal 1/2 TL Hot Banditos vielleicht und eine Prise Cayennepfeffer) und während des Köchelns nachwürzen.

Wolffie's Cornbread

Da ich Sarah’s Chili als Anregung genommen, es aber leicht verändert habe (Grünkern statt Bulgur und ein paar Gewürzänderungen), teile ich das Rezept an dieser Stelle dafür. Und da das Rezept für Wolffie’s Cornbread (S. 268) ebenfalls im Netz veröffentlicht ist (siehe hier), teile ich das ebenfalls hier. Ihr solltet auf jeden Fall beides zusammen genießen!

Das Chili lässt sich sehr gut am Abend vorher zubereiten. Nach dem Aufwärmen schmeckt es noch besser! Das Cornbread kann morgens zubereitet werden. Also alles in allem ein entspanntes Kochen.

Chili-Con-Grünkern (angepasst von Sarah’s Chili-Con-Bulgur aus La Dolce Vegan!)

1 Zwiebel, fein gewürfelt
1 EL Olivenöl
1 große Karotte, gewürfelt
1 Selleriestange, gewürfelt
1 grüne und rote Paprika, gewürfelt
4 Knoblauchzehen, gepresst
1 Glas Tomatenpassata (500 ml)
2 Tassen Gemüsebrühe
1 Portion Grünkernhack (Rezept siehe unten)
2 Dosen Bohnen nach Wunsch (ich hatte Rapunzel Bohnen-Mix und eine Dose Kidney-Bohnen)
1 Glas Mais
3 EL Sojasauce
1 TL Hot Banditos Gewürzmischung von Vantastic Foods oder selbstgemachtes Chiligewürz (habe ich das Rezept schon gepostet? Wenn nicht, folgt es…)
2 TL Oregano
1/2 TL Cayennepfeffer
1 TL Kreuzkümmel, gemahlen
Pfeffer, Salz, Agavendicksaft

Grünkern-Hack

1/2-3/4 Tasse Grünkernschrot
4 EL Wasser
4 EL Sojasauce
1/2 TL Worcestershiresauce, vegan
1 EL Hefeflocken
1 TL Zwiebelpulver
eine Prise Cayennepfeffer

Erst wird das Grünkernhack zubereitet: aus den Zutaten (außer Grünkernschrot) eine Marinade zubereiten. Schrot in einem Topf bei hoher Hitze anrösten, bis es anfängt zu duften, dann von der Kochstelle nehmen und mit der Flüssigkeit begießen. Mit geschlossenem Deckel ca. 15 min. ziehen lassen. Falls es zu wenig Flüssigkeit sein sollte, etwas mehr Wasser hinzufügen.

Zubereitung des Chilis: Zwiebel in Olivenöl anrösten. Das Grünkernhack dazu geben und nochmals gut anbraten (ca. 8 min.). Zuletzt das gesamte Gemüse (inkl. Knoblauch) hinzufügen und ca. 3 min. mit anrösten. Kreuzkümmel und die Hot Banditos Mischung einrühren, mit der Sojasauce ablöschen und mit Tomatenpassata und der Gemüsebrühe auffüllen. Nun noch Oregano, Bohnen und Mais einrühren einrühren, einmal aufkochen und das Chili mindestens 30 min. einköcheln lassen, dabei ab und zu umrühren. Je nachdem wie dick oder dünn die Konsistenz gewünscht ist, legt man den Deckel drauf oder eben nicht. Ich habe es ohne Deckel einkochen lassen. Gemüsebrühe kann man immer nachfüllen. Wenn’s aber zu flüssig ist, muss man es ewig einkochen lassen… Zum Schluß mit etwas Agavendicksaft, Salz und Pfeffer abschmecken.

Woffie’s “Buttermilk” Cornbread

1 1/2 Tassen Mehl (ich hatte Weizenmehl, Typ 550)
1 1/2 Tassen Maismehl (kein Grieß/Polenta!)
3 EL Zucker
1 EL Backpulver
1/2 TL Natron
1 TL (knapp) Salz
2 Tassen Pflanzenmilch (ich hatte Dinkel-Mandelmilch von Natumi)
2 EL Apfelessig
3 EL neutrales Öl (Sonnenblumen- oder Rapsöl)

Ofen auf 180° Umluft vorheizen.

Eine quadratische oder rechteckige Backform einfetten (je kleiner sie ist, desto höher wird das Cornbread…).

In einer großen Schüssel die trockenen Zutaten miteinander vermengen (bis Salz). In einer kleinen Schüssel Essig und Öl vermischen. Das Essig-Öl-Gemisch zum Mehlgemisch geben und gerade so gut untermengen, dass alle trockenen Zutaten feucht sind. Wie immer gilt: nicht überrühren – sonst wird’s zäh! Alles in die Backform füllen und ca. 25 – 30 min (bis die Decke anfängt zu bräunen, dann einmal den Stechtest machen). Gut abkühlen lassen!

Guten Appetit!

Pizza und Brokkolinudeln mit Cashew-Sahne

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Cashewpizza

Sieht sie nicht lecker aus? Das war sie auch! Laut Mann die beste Pizza bisher. Sowohl Teig als auch Belag und Cashewkäse habe ich von einer Quelle:

Teig: der perfekte Pizzateig beim Umsteiger

Pizzakäse und Belag: die Umsteiger bei YouTube

Alles ganz einfach und sehr lecker!

Cashewpizza Stück

Die restliche Cashew-Sahne habe ich dann für Brokkolinudeln verwertet, die dadurch schön cremig wurden. Ein einfaches und kindgerechtes Essen!

Brokkolinudeln mit Cashewsahne

Brokkolinudeln mit Cashewsahne

1 Handvoll Cashews oder Cashewbruch
1 kleiner Brokkoli, klein geschnitten
1 kleine Zwiebel, fein gewürfelt oder Zwiebelpulver
1 Knoblauchzehe, fein gehackt oder gepresst
frisch geriebener Muskat
ein paar Spritzer frischer Zitronensaft
Olivenöl
Salz, Pfeffer

Erst die Cashewsahne herstellen: Cashews mit Wasser pürieren, bis sie cremig sind – fertig :-). Eine Vitamix leistet hier natürlich beste Ergebnisse, aber es funktioniert auch mit einem Pürierer oder einem normalen Mixer. Leider kann ich keine Mengenangabe beim Wasser reichen. Ich würde sagen, vielleicht mit 100 ml beginnen und je nach Konsistenz ggf. nachdünnen. Die Sahne dickt beim Kochen noch an.

Zwiebelwürfel oder Zwiebelpulver in 1 EL Olivenöl anschwitzen. Knoblauch und Brokkoli hinzu, mit Gemüsebrühe auffüllen, einmal aufkochen, Hitze reduzieren und Brokkoli ca. 5 min. mit Deckel garen. Wenn nötig, esslöffelweise Gemüsebrühe hinzugeben.

Sobald der Brokkoli eine kräftige Farbe angenommen hat (er soll noch knackig sein!) kann das ganze Gemisch püriert werden. Entweder mit dem Mixer oder mit dem Zauberstab.

Wieder zurück in den Topf. Cashewsahne hinzugeben, mit Salz, Pfeffer, Muskat und Zitronensaft abschmecken und aufwärmen.

Meine Kinder lieben die hellen Gabelspaghetti von EDEKA und einen Gurkensalat dazu :-).

Schweinchen Hugo reißt aus

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Heute eine Kinderbuchrezension zum kürzlich erschienen Titel “Schweinchen Hugo reißt aus” von Alexander Bulk.

Hugo Cover

Dies ist die Geschichte vom kleinen Schweinchen Hugo. Hugo ist ein junges Schwein, vielleicht sogar jünger als du. Seine Haut ist rosa und mit kleinen hellen Härchen besetzt. Er hat große, neugierig abstehende Ohren und eine niedliche Nase, die ein bisschen aussieht wie eine langgezogene Steckdose. Diesem Riecher entgeht nichts. Hugo kann damit erschnuppern, wo es etwas zu essen gibt, ob seine Mama in der Nähe ist oder wer gerade gepupst hat.

Schweinchen Hugo ist ein Ferkel, das zusammen mit seiner Mutter und vielen anderen Schweinen auf dem Bauernhof lebt. Klingt idyllisch. Wie wir wissen, verbirgt sich dahinter aber leider immer eine traurige Geschichte. Hugo träumt oft von saftigen grünen Wiesen und tollen Abenteuern in Freiheit. Am liebsten mit Matilda, seiner kräftigen Schweinefreundin. Als eines Tages seine Mutter spurlos verschwindet, will Hugo nicht glauben, dass sie abtransportiert wurde um für Menschen zu Essen verarbeitet zu werden. Erst ist er geschockt, dann überkommt ihn die verzweifelte Wut.

Aus der Verzweiflung heraus schmiedet Hugo einen Plan. Er möchte nicht, dass irgendein Schwein mehr dieses Schicksal widerfährt. Zusammen mit Matilda schafft er es aus dem Stall auszubrechen und auch, mithilfe des Bauernhofkaters, alle anderen Tiere zu retten. Sie lassen den Hof hinter sich und beginnen ein neues Leben in Freiheit.

Meine Tochter war auf die Geschichte insofern vorbereitet, als das sie weiß, warum es Bauernhöfe gibt. Sie gehört nicht zu den Sechsjährigen, die glauben, auf dem Bauernhof geht es den Tieren super und sie sind sowieso nur dazu da um von Kindern den ganzen Tag gestreichelt zu werden. Sie versteht auch tatsächlich seit geraumer Zeit, dass Tiere brutalst behandelt und umgebracht werden, damit ein paar Leute ihr vermeintlich leckeres Essen ohne das sie nicht leben können auf dem Teller liegen haben. Trotzdem war auch sie angesichts der Tatsache, dass Hugo seine Mama auf so unmenschliche Weise verlieren muss, kurz nachdenklich. Sie hat der Geschichte aufmerksam gelauscht, hat gemerkt, dass sogar ich schlucken musste und war entsprechend geplättet.

Ich bin mir nicht sicher, ob jedes sechsjährige Kind die Story so gut erträgt wie meine Tochter. Schließlich verbinden Kinder solche Geschichten mit ihrer Realität. Sie versetzen sich in die Lage der Figuren und leiden mit ihnen. Dass es dabei um sprechende Tiere geht, spielt keine Rolle. Seine Mutter auf so grausame Art und Weise zu verlieren ist für ein Kind schwer zu verdauen. Ich hätte ihr das Buch nicht vorgelesen, wenn ich mir nicht sicher gewesen wäre, dass sie damit umgehen kann.

Und nichtsdestotrotz gehört die Geschichte von Schweinchen Hugo mittlerweile zu den Lieblingsbüchern meiner Tochter. Der Verlust der Mutter wird nicht inflationär thematisiert. Hugo trauert, aber dann geht es auch weiter mit dem Pläne schmieden. Es bleibt kindlich oberflächlich, was auch wichtig und richtig ist. Thema ist dann schließlich auch, wie Hugo damit umgeht, nicht zu wissen, was vor dem Stall auf ihn zukommt. Das ist für Kinder ebenfalls ein wichtiges Thema (z.B. Schulanfang). Man kann eben nicht immer wissen, wie etwas wird, wenn man es vorher nicht kannte. Und trotzdem muss man es manchmal einfach machen. Hugo hat sich getraut, war mutig und wird zum Held. Das freute uns sehr :-).

Wir haben Hugos Geschichte bislang einige Male gelesen und denken uns jetzt ständig andere Wendungen aus – positive natürlich. So hat sich meine Tochter z.B. gewünscht, dass Hugos Mama einfach wieder zurück kommt. Daraus haben wir dann die folgende Abwandlung gemacht: als Hugo eines morgens aufwacht und seine Mutter nicht da ist, ist er völlig erschrocken und sucht sie natürlich, wie im Buch beschrieben. Aber dann wird sie nach ein paar Stunden wieder vom Bauern gebracht und sie erzählt, dass sie “nur” gewogen wurde. Damit sie dann nicht tatsächlich zum Schlachthaus transportiert wird, schmiedet Hugo den gleichen Plan und im Prinzip geht die Geschichte 1:1 so weiter wie im Buch. Mit der kleinen, aber für Kinder glücklicheren Endung, dass Hugo eben seine Mama nicht verlieren muss und sie ebenfalls gerettet wird.

Ich bin selbstverständlich der Meinung, dass wir unseren Kindern nichts vormachen dürfen. Deswegen begrüße ich Kinderbücher, die mir dabei helfen, meinem Kind die Realität zu erklären ohne sie dabei gleich zu zerstören. Ich glaube nämlich auch, dass man Kindern mit zuviel Informationen auch für die Zukunft zermürben kann. Umso wichtiger also, dass die Geschichte ein halbwegs gutes Ende nimmt. Das selbstgestrickte Ende mit Hugos Mama aber gefällt ihr noch besser.

Hugos Geschichte ist liebevoll geschrieben und spannend. Einzig ein paar logische Hänger, die allerdings nicht weiter ins Gewicht fallen sind aufgefallen. Meine Tochter wunderte sich bswp. warum Hugo von saftigen grünen Wiesen träumt, wenn er doch gar nicht weiß, was das ist (die Mama hat’s ihm erzählt…, “woher weiß die das?“…, “die ist halt mal draßen gewesen, oder was weiß ich, ist jetzt halt so…” :-))

Die kinderfreundlichen Illustrationen von Insa-Christina Müller sind sehr schön, ergänzen die Geschichte ganz wunderbar und lockern die gesamte Atmosphäre auf. Ohne Bilder würde meine Tochter die Geschichte nicht ständig vorgelesen haben wollen. Ein großes Lob an die Illustratorin dafür!

Abgerundet wird das Buch durch das sympathische Nachwort, in dem der Autor seine Beweggründe erläutert ein solches Buch für Kinder zu schreiben, und ein paar Geschichten von Tieren, die ihr Leben in Frieden und Freiheit leben dürfen, z.B. die Schweine Erna und Else oder Prinz Lui von Hof Butenland oder auch die Schweine Bonnie und Prinz vom Antitierbenutzungshof. Und abschließend gibt es noch ein paar Rezepte, die zum Nachkochen einladen.

Fazit: Alexander Bulk hat ein schönes aber kein beschönigendes Buch zum Thema geschrieben. Eltern sollten sich die Geschichte erst einmal alleine durchlesen und individuell entscheiden, ob es altersentsprechend für das eigene Kind geeignet ist. Es sollte aber definitiv irgendwann im Regal landen.