Plant Powered Kids – Teil 1: Die Serie startet! Bücher und Quellen zur veganen Kinderernährung

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Dreena Burton Bücher
Dieser Artikel ist ein übersetzter Beitrag aus der Serie Plant Powered Kids! von Dreena Burton’s Plant Powered Kitchen. Mit freundlicher Genehmigung der Autorin stelle ich diese Serie hier bei VeganCorner in deutscher Übersetzung ein.

Falls ihr noch nicht im Besitz von Dreena’s Büchern seid, hier die Links (alle Titel sind auch als günstigere Kindle-Version für PC oder IPad verfügbar):

Heute startet die Plant-Powered-Kids-Serie, um das Bewusstein für besondere Aspekte der veganen Kindererziehung zu erhöhen und um Bestärkung und Selbstvertrauen zu liefern eure Kinder gesund, mitfühlend und pflanzenbasiert zu ernähren.

Nach Durchsicht eurer Kommentare und Anmerkungen zum Eingangsbeitrag habe ich eine Liste der Themen zusammengestellt, die sich als besonders herausfordernd, bewegend oder auch verwirrend für Eltern darstellen. Diese Liste ist nicht starr. Bei Bedarf werde ich Themen ändern, hinzufügen oder löschen. Bei allen Topics möchte ich euch ermutigen eure Erfahrungen, Ideen, Erfolge und Quellen zu teilen, um der Allgemeinheit so viele Informationen wie möglich zur Verfügung zu stellen. Ich möchte an dieser Stelle auch festhalten, dass ich, wie die meisten von euch wissen werden, keine ausgebildete Ernährungsberaterin bin. Folglich basieren alle Informationen bezüglich veganer Ernährung und Nährstoffe auf meinen eigenen Erfahrungen/Nachforschungen. Ich werde mich bemühen euch alle relevanten Verweise und Quellen bereit zu stellen, auf die sich mein Wissen bezieht.

Folgende Liste werde ich (meistens) der Reihe nach abarbeiten und wöchentlich (hoffentlich!) ein Thema veröffentlichen.

Hier ist unser Plant-Powered-Kids Reiseplan:

  • Teil 1: Quellen und Verweise zur veganen Kinderernährung (HEUTE!)
  • Schwangerschaft, Geburt, Neugeborene und Ärzte: Meine Erfahrungen
  • Säuglinge und Kleinkinder: Ernährung für die Kleinsten – vom Beikostalter (ab ca. 6 Monate) bis 2 Jahre
  • Kinderfreundliche Küche: Schubweise Kochen und die Vorratskammer bereit halten
  • Schulessen(brote): Planung, Verpackung und Allergieeinschränkungen regeln
  • Quick Fixes: Frühstück, Mittagessen und Abendessen
  • Kinderfreundliche Rezeptanregungen aus meinen Büchern und von EUCH!
  • Gesunde Fette: Nüsse, Samen und andere
  • Plant-Powered-Kids beim Sport
  • Mama, woher bekomme ich meine Proteine? 🙂
  • Eltern: Benutzt eure Bohnen! und die Kraft von Hummus (ja, es ist wahr, ich werde dich überzeugen, auch wenn dein Kind momentan kein Hummus mag)
  • Wählerische Esser: Tips & Tricks
  • Geburtstage, Schulveranstaltungen und vegan sein im sozialen Umfeld
  • Es ist nicht leicht „Grünzeug“ zu sein (oder deine Kinder davon zu überzeugen dies zu essen)
  • Rezepte kindgerecht anpassen
  • Elterliche Essenstaktiken: Spiele, Namen und „Shames“ (Anmerkung: mit Shames ist in diesem Fall wohl die Süßigkeitensparte gemeint)
  • Mit Kindern über Veganismus reden

Heute beginnen wir mit den Hauptquellen, auf die ich normalerweise verweise, wenn ich von fragenden Eltern angeschrieben werde. Diese Links/Verweise/Quellen und Bücher sollten auf jeden Fall in eurem Arsenal sein. Ganz besonders für diese Panikmomente, in denen man aus einer Arztpraxis kommt und dort wegen dem Calciumhaushalt des Kindes auseinander genommen wurde, weil das Kind keine Milchprodukte zu sich nimmt… oh, und sie haben gerade ein Kind wegen Verstopfung behandelt und ein anderes wegen einer wiederkehrenden Mittelohrentzündung. (Ich möchte anmerken, dass meine Kinder unter keiner von diesen typischen Kindheitsbeschwerden litten – trotzdem, auch ich habe schon eine Arztpraxis weinend verlassen). Alles schon mitgemacht. Die richtigen Quellen zur Stelle zu haben wird das Selbstvertrauen langsam steigern, euch mit präzisen Antworten versorgen und euch die wichtige Bestärkung dafür liefern, die richtige und gesunde Entscheidung für euer Kind/eure Kinder getroffen zu haben.

Bücher (Anmkerung der Übersetzerin :-): von den genannten Büchern gibt es bisher noch keine deutschen Übersetzungen, weswegen ich noch ergänzend deutsche Literatur im Anschluss an diesen Beitrag anfüge):

Becoming Vegan

The Complete Idiot’s Guide to Plant-Based Nutrition

Vegan For Life (Anmkerung Dreena: ich bin noch nicht im Besitz dieses Buches, da es erst vor Kurzem erschienen ist, bin aber davon überzeugt, dass es eine wertvolle Ergänzung eurer Bibliothek ist) (Anmerkung von mir: ich habe dieses Buch und kann es nur wärmstens empfehlen! Es ist sehr kurzweilig und alle Informationen sind übersichtlich und klar dargestellt!)

The Ultimate Breastfeeding Book of Answers (für Schwangere und Stillende)

Disease-Proof Your Child (disclaimer Dreena: Ich besitze dieses Buch nicht, aber kenne Eltern und Experten die es empfehlen)

Online Quellen:

PCRM (Ihr könnt dort die Artikel durchsuchen und auch den Newsletter abonnieren.  Die Seite ist zwar nicht speziell auf Kinder ausgerichtet, es werden jedoch ernährungsbedingte Themen für Kinder bearbeitet)

VegFamily

VeganHealth (Kategorie für vegane Kinder)

Forks Over Knives and Engine2Diet (auch wenn man nicht vor hat sich ölfrei vegan zu ernähren, bietet die Seite doch viele praktische und nützliche Informationen, Artikel, Referenzen und vieles mehr. […])

Diese Liste ist selbstverständlich nicht vollständig. Es sind einige MEINER (Anmerkung: Dreena Burtons :-)) Favoriten – Grundlagen, von denen ich glaube, dass ihr sie kennen müsst. Bitte kommentiert mit weiteren Quellen, die euch wichtig erscheinen, um auch anderen die Möglichkeit zu geben sich die Informationen zu besorgen.

Bevor ich abschließe, möchte ich noch ein Wort zu B12 verlieren, da es in meinem Eingangsbeitrag zur Serie sehr oft angesprochen wurde. Ich empfehle nicht, die B12-Versorgung ausschließlich über die Ernährung sicher zu stellen, da damit keine ausreichende Versorgung gewährleistet werden kann. Ja, angereicherte Hefeflocken und angereichtere Pflanzenmilch enthalten B12… aber woher weiß man wieviel man davon tatsächlich aufnimmt? Zuverlässige Gesundheitsexperten empfehlen allen vegan lebenden Menschen B12 zu supplementieren. Es ist einfach und nicht teuer. Ich gebe meinen Mädchen eine 1000 mcg B12 Tablette sublingual (Anmkerung: unter der Zunge) ein- bis zweimal die Woche (wenn ich mir nicht sicher bin, ob sie diese Woche schon eine hatten, gebe ich ihnen eine weitere). Damit erhalten sie die B12-Versorgung, die sie benötigen (siehe die oben genannten Quellen oder diesen Artikel zum Thema von Jack Norris). Ich selbst nehme 2 bis 3 Tabletten die Woche. B12 gilt als ungiftig, so dass eine Überdosierung nicht schadet (zuviel wird über Urin/Stuhlgang ausgeschieden). Ein Mangel jedoch ist sehr riskant (und es wird weiter noch allen Menschen über 50 Jahren empfohlen – egal ob vegan oder nicht – B12 zu supplementieren).

Das Update von Dreena übersetze ich nicht wörtlich, da es um ein spezielles B12-Supplement geht, welches hier nicht erhältlich ist. Sie erläutert allerdings, dass sie ausschließlich Methylcobalamin supplementiert, da es generell empfohlen wird:

Es gibt zwei unterschiedliche B12-Supplemente: Methylcobalamin und Cyanocobalamin. „Obwohl die meisten Produkte Cyanocobalamin als B12-Supplement verwenden, achten Sie auf die Methylcobalamin basierten. Methylcobalamin wird besser vom Körper aufgenommen, im Speicher länger gehalten und hinterlässt nach der Umwandlung keine giftigen Zyanid-Moleküle, die vom Körper verarbeitet werden müssen. B12-Supplemente zu kauen, verbessert die Aufnahme, aber die Unter-die-Zunge-Versionen werden ebenfalls gut absorbiert. (Quelle: The Complete Idiot’s Guide to Plant-Based Nutrition)

Des Weiteren verweist Dreena auf ein Video-Clip von Brenda Davis, R.D., indem sie die Behauptung „wenn bei einer veganen Ernährung B12 supplementiert muss, dann kann diese nicht natürlich sein…“ entkräftet. Sie erklärt darin auch warum man sich nicht auf Algen oder andere Nahrungsquellen als B12-Versorgung verlassen kann. Hier geht’s zum Video.

Wer Dreena’s Serie im Original verfolgen möchte, kann sich natürlich zum Newsletter ihres Blogs anmelden!

Ergänzung: Meine deutschsprachigen Buchempfehlungen:

Vegane Ernährung von Gill Langley (ist bereits etwas älter, aber immernoch aktuell und sehr fundiert, für Vegan-Neulinge ein in deutsch übersetztes Hauptwerk)

Vegetarische Ernährung von Leitzmann/Keller (wissenschaftlich, mit allen Informationen zu Nährstoffen einer vegetarisch/veganen Ernährung, keine Speiseplanempfehlungen und keine spezielle Ausrichtung in Bezug auf Kinder)

Säuglingsernährung: Stillen und vegetarische Beikost (etwas veraltet in Bezug auf die Stillthematik, allerdings ein sehr gutes Buch zur Beikosteinführung vegetarisch/vegan ernährter Kinder)

Deutschsprachige Links:

Viva Vegan für Mutter und Kind (ein vergriffener Titel, den es bei vegan.de zum kostenlosen Download gibt, sehr informativ, sehr hilfreich, in mancher Hinsicht etwas veraltet)

veganekinder.de (viele Informationen rund um das Thema vegane Kinder, allerdings eher oberflächlich und wenig hilfreich wenn es um die konkrete Umsetzung einer veganen Kinderernährung geht)

vegankids.de (wenig Informationen, der Rezepteteil verweist auf das Tierrechtskochbuch)

Vegane Ernährung in der Kindheit (ein paar praktische Tipps für den Beikoststart)

Viel Spaß beim Stöbern!

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Und noch ein Wort zu B12…

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Vitamin B12 ist ja ein allgemein bekanntes Thema unter veganen Masse. Und trotzdem gibt es auch kaum ein weiteres Thema, bei dem sich die Lager so spalten wie hier und bei dem trotz aller Bekanntheit die Aufklärung so gering ist.

Ich werde das hier nicht ausführlich beschreiben, dazu gibt es genügend Informationen im Netz. Nur soviel:

Da Cobalamine (eigene Anmerkung: B12 Vitamine) von Pflanzen nicht gebildet werden können, ist Vitamin B12 das kritische Vitamin bei veganer Ernährung. Neben den echten Cobalaminen kommen in manchen Lebensmitteln struktur-verwandte Analoga vor, die keine Vitamin-Wirksamkeit für den Menschen besitzen.

Quelle: Leitzmann/Keller: Vegetarische Ernährung, Ulmer Verlag, 2. Auflage 2010, S.244

Wie ich schon im vorigen Beitrag über Vitamin D berichtete, habe ich mir aufgrund meiner immer wieder kehrenden Erkältungen in den letzten Monaten mein Blutbild nehmen lassen. Das witzige daran ist, dass gerade die Vitamine, die ich privat bezahlen musste, meine Mangelware sind: Vitamin D und B12.

Ich habe seit meiner Umstellung auf Vegan mit Veg 1 supplementiert. Leider habe ich mir damals kein Holo-TC messen lassen, sondern mich da nur auf eine Rückmeldung meiner Endikrinologin verlassen, mein B12-Status sei in Ordnung. Natürlich war ich damals im Unwissen über den Unterschied einer TC- und einer Holo-TC-Messung.

Ich kann im Nachhinein nicht sagen, ob sich mein B12-Speicher schon damals am Leeren befand. Möglich ist das, da tierische Produkte schon lange nur noch in kleinen Mengen zu mir nahm und ich an einer Autoimmunerkrankung der Schilddrüse leide, womit ein B12-Mangel oft einhergeht. Aufgrund dessen kann ich keine Aussage darüber treffen, ob eine Supplementierung – in Bezug auf B12 – mit Veg 1 ausreichend ist. In Bezug auf Vitamin D ist sie es im Winter allerdings sicher nicht! Und mit 10 µg Vitamin B12 ist Veg 1 tatsächlich eher bescheiden ausgestattet.

Im Oktober wurde noch mein regulärer B12-Wert (TC)gemessen, der wohl im Normalbereich lag, weswegen es aufgrund meiner Ärztin keinen Grund zur Beunruhigung gab. Da ich aber von zahlreichen Beiträgen über B12 im WWW informiert war, dass der TC-Wert (Total-Cobalamin), der normalerweise genommen wird, nicht zuverlässig ist und ein B12-Mangel auch bei normalen TC-Werten schon vorliegen kann, habe ich mir dieses Mal das Holo-TC (Holo-Trancobalamin), die stoffwechselaktive Form des B12, auswerten lassen. Und siehe da: ein leichter Mangel, wenn man von den Labor-Referenzwerten 35-999 pmol/l ausgeht. Mein Wert liegt bei 33,6 pmol/l. Der von Studien ausgehende empfohlene Wert liegt jedoch irgendwo zwischen 78 und 176 pmol/l.

Bei einem HoloTc zwischen 50-70 pmol/l, z.B. bei 54 pmol/l, kann man bereits Feinzeichen eines B12-Mangels haben – namentlich Schlafzeitverlängerung, fehlende Morgenfrische, Nachmittagsmüdigkeit, reduzierte Ärgerverarbeitung (man vernarrt sich in kleine Ärgernisse und kommt von denen nicht so schnell los), gesteigerte Irritabilität (Kindergeschreie stört; man kann nicht das Telefon klingeln lassen und sich trotzdem unterhalten) und es kann auch schon Nervosität eingetreten sein, sogar schon Denkverlangsamung (d.h. dass man nicht so schnell auf Problemlösungen kommt wie früher).

Quelle: Hashimoto Thyreoiditis und Morbus Basedow Forum)

Sehr interessant in diesem Zusammenhang auch:

Bei einem HoloTc von 50 pmol/l gibt es fast doppelt so viel Demenzen als bei einem HoloTc von 100 pmol/l und mehr.

Der B12-Spiegel (TC) sollte ins obere Normdrittel kommen (darf auch darüber liegen); Ziel für HoloTc: über 128 pmol/l! Puh… Das klingt schon mal ganz anders als die angegebenen 35 pmol/l der Labore…

Wie kommt man nun an seine B12-Werte ran?

Wenn man nun wissen möchte, ob sein B12-Spiegel in Ordnung ist, kann man als erstes den regulären B12-Spiegel (TC) messen lassen. Es besteht ein Verdacht auf einen Mangel, wenn der Wert unter 400 pmol/l fällt. Ich persönlich ziehe es allerdings vor, die 30 Euro Laborkosten für den Holo-TC selbst zu zahlen und den Umweg über die unsichere TC-Messung bleiben zu lassen. Denn auch bei guten Referenzwerten kann ein Mangel vorliegen.

[Kleiner Exkurs: man kann ohne Probleme auch im Labor als Selbstzahler seine Blutwerte überprüfen lassen! Dabei zahlt man dann auch nur den einfachen Gebührensatz und nicht den bis zu 3,5-fachen wie beim Arzt!]

In diesem Fall ist eine medizinische Indikation zur Überprüfung des Holo-TC-Wertes gegeben.

Ein erniedrigter Holo-TC-Spiegel im Serum gilt als frühester Marker eines B12-Mangels und ist ein Hinweis darauf, dass der Körper über nicht ausreichend verwertbares Vitamin B12 verfügt und die B12-Speicher sich aufgrund der negativen Vitamin-B12-Bilanz bereits leeren. In diesem Stadium werden klinische oder hämatologische Symptome noch nicht beobachtet.

Quelle: http://www.aerzteblatt.de/archiv/61696

Vegetarier haben ein hohes Risiko, einen B12-Mangel zu entwickeln, weil tierische Lebensmittel als hauptsächliche B12-Quellen gelten. Ein funktioneller B12-Mangel (erniedrigtes Holo-TC, erhöhtes MMA und Homocystein) ist bei Vegetariern häufig und abhängig von der Dauer und Form der vegetarischen Diät. In einer Untersuchung an Lacto- und Lacto-ovo-Vegetariern wiesen 63 % der Probanden erhöhtes MMA (> 271 nmol/L), 73 % einen erniedrigten Holo-TC-Spiegel (< 35 pmol/L) und 33 % Hyperhomocysteinämie (> 12 µmol/L) auf. Bei Veganern fand man bei 86 % erhöhtes MMA, bei 90 % erniedrigtes Holo-TC und eine Hyperhomocysteinämie bei 55 % (4).

Quelle: http://www.aerzteblatt.de/archiv/61696

Das bedeutet, dass wir Veganer durchaus uns etwas mehr mit dem Thema B12 beschäftigen dürfen als wir es wahrscheinlich gerne tun.

Es gibt ein paar interessante Aspekte in Bezug auf die Supplementierung, die ich an dieser Stelle stichwortartig aufführen möchte:

  • Cyanocobalamin (wie in Veg 1 vorhanden) wird vom Körper am schlechtesten aufgenommen. Es wird größtenteils über die Niere ausgeschieden und muss im Körper erst in Hydroxocobalamin und dann in Methylcobalamin umgewandelt werden; im ganz dummen Fall kann es sogar schädlich sein

Für die Wahl der verfügbaren Medikation ist es wichtig, zu wissen, dass Cyanocobalamin im Körper viel schlechter retiniert wird, als die physiologische Depotform Hydroxy-Cobalamin (2). Deshalb ist bei der Behandlung
aus meiner Sicht dem Hydroxy-Cobalamin der Vorzug zu geben. Denn wenn B12-Körperreserven erst einmal erschöpft sind, kommt es zur Prophylaxe von
Ausfallserscheinungen darauf an, die defizitären Körperdepots so rasch wie möglich vollständig wieder aufzufüllen
.

Quelle: http://www.aerzteblatt.de/archiv/64306

Die Einnahme von Methylcobalamin ist die beste orale B12 Verbindung aus den folgenden Gründen, inzwischen von mehreren Studien belegt:

Methylcobalamin enthält eine wichtige Methylgruppe die für zahlreiche Entgiftungsfunktionen von großer Bedeutung ist. Durch diese Methylgruppe wird z.B. Stickstoffoxid, ein Bestandteil von Autoabgassen, unschädlich gemacht.

Methylcobalamin hat eine ausgesprochene regenerative Wirkung auf das Nervensystem. Vorallem die Myelin Schutzhüllen um die Nervenbahnen können durch Methylcobalamin wieder regeneriert werden. Bei vielen Menschen kommt es durch einen Mangel des Vitamins zu einer Degeneration der Myelinscheiden. Im Volksmund spricht man dann von „blankliegenden“ Nerven.

Methylcobalamin kann unter Umgehung des Magen-Darm-Traktes direkt über die Mundschleimhäute aufgenommen werden. Das ist vor allem dann vorteilhaft, wenn ein schwaches Verdauungsfeuer vorliegt und die Aufnahme von B12 erschwert ist.

die orale Einnahme von Methylcobalamin ist zusammen mit Folsäure fast immer in der Lage, erhöhte Homocysteinwerte schnell und zuverlässlich zu normalisieren. Wenn Homocystein nicht abgebaut wird kann es zu Ablagerungen an den Gefäßen kommen.

Quelle: Vitamin B12: Ein Mangel kann Ursache vieler Symptome sein!

  • Methylcobalamin sollte mit reichlich Wasser (wasserlösliches Vitamin) nüchtern eingenommen werden – ansonsten wird nur die Hälfte resorbiert! Ich bevorzuge es von daher mittlerweile in der reinen Form ohne Zusatz anderer Vitamine, da z.B. Vitamin D, ein fettlösliches Vitamin, zusammen mit der Nahrung aufgenommen werden muss, sonst wird es wieder ausgeschieden

Vorgehen zum Bestimmen und Behandeln eines Vitamin-B12-Mangels

Quelle: Ursachen und frühzeitige Diagnose von Vitamin-B12-Mangel

  • Bestimmung des Holo-TC-Spiegels: ein erniedrigter Holo-TC-Spiegel im Serum gilt als frühester Marker eines B12-Mangels und ist ein Hinweis darauf, dass der Körper über nicht ausreichend verwertbares Vitamin B12 verfügt und die B12-Speicher sich aufgrund der negativen Vitamin-B12-Bilanz bereits leeren. In diesem Stadium werden klinische und hämatologische Symptome noch nicht beobachtet. ACHTUNG: Die Messung des Gesamt-Vitamin-B12 (TC) ist nicht zuverlässig! Auch mit einem Wert im Referenzbereich ( < 400 pmol/l) kann ein Vitamin-B12-Mangel nicht ausgeschlossen werden und es können klinische Zeichen eines Mangels auftreten!
  • Die Normwerte des Holo-TC unterscheiden sich von Labor zu Labor. Mittlerweile betragen die Normwerte meistens 50-150 pmol/l. Allerdings gibt es durchaus auch noch Labore, die die Normwerte ab 35 pmol/l ansetzen. Es gilt:
  • >50 pmol/l – ein Mangel ist unwahrscheinlich
  • 35 – 50 pmol/l – ein Mangel ist wahrscheinlich
  • <35 pmol/l – ein Mangel ist sicher
  • Optional: Messung von MMA (Methylmalonylsäure) und Homocystein – erhöhte Werte im Zusammenhang mit erniedrigten Holo-TC-Werten sind indikativ für einen metabolisch manifesten B12-Mangel (Mangel, der den Stoffwechsel bereits betrifft). Dabei können bereits klinische Anzeichen vorliegen oder auch nicht!
  • Optimale Werte für TC und Holo-TC betragen: TC = 670 – 1270 pg/ml / Holo-TC = > 78 pmol/l (Quelle: http://www.clinchem.org/content/52/1/129.abstract)

Behandlung eines Mangels

  • ein Holo-TC-Wert unter 35 pmol/l bedeutet behandlungsbedürftiger Mangel (siehe hierzu: http://www.hygel.de/d/4705/)
  • der Speicher sollte über Injektionen von Hydroxocobalamin wieder aufgefüllt werden; es ist zwar grundsätzlich auch die orale Einnahme von Methylcobalamin möglich, allerdings würde ich persönlich die Injektion bei einem Mangel vorziehen, da hier der Umweg über den Magen-Darm-Trakt nicht gegeben ist
  • bei einer Erkrankung des Magen-Darm-Traktes, die die B12-Absorption stört, ist die Injektion zwingend erforderlich!
  • folgende Dosierung (vgl. hierzu: http://www.aerzteblatt.de/pdf/106/17/m290.pdf – Abschnitt Parenterale Substitution)

…Da Vitamin B12 nicht toxisch ist und überschüssige Mengen ausgeschieden werden, ist eine
hohe B12-Dosierung unproblematisch. […]
Man verabreicht 500 μg Hydroxy-Cobalamin i.m. (davon werden bei einer Retentionsquote von 45 Prozent 226 μg retiniert – für Cyanocobalamin liegt die Retentionsquote nur bei 16 Prozent!) an fünf Tagen der Woche gut vier Wochen lang (insgesamt 22 Injektionen). Damit sind die Gesamtkörperdepots vollständig wieder aufgefüllt. Um den täglichen Verbrauch von etwa 2,5 μg auszugleichen, sind als Erhaltungstherapie 500 μg Hydroxy-Cobalamin i.m. alle drei Monate (das heißt viermal jährlich lebenslang) erforderlich. (Anmkerung: i.m. = intramuskulär)

Quelle: http://www.aerzteblatt.de/pdf/106/17/m290.pdf

Um einen, von Prof. Hermann angenommenen, Speicher von 5.000 µg wieder zu befüllen, sind notwending:

intramuskukär: 11 Spritzen à 1.000 µg Hydroxocobalamin (bei einer Retentionsquote von 45%), bei höherer Dosierung entsprechend weniger oder 31 Spritzen à 1.000 µg Cyanocobalamin (bei einer Retentionsquote von 16%).

subkutan (unter die Haut): aufgrund schlechterer Aufnahme in den Speicher ist hier die doppelte Dosis notwendig

In der Praxis sieht das wie folgt aus (Quelle: http://www.ht-mb.de)

  • 11-12 Spritzen 1.000 µg Hydroxocobalamin intramuskulär, wobei zweimal wöchentlich gespritzt wird oder
  • 22-24 Spritzen 1.000 µg Hydroxocobalamin subkutun, wobei je zwei Spritzen (linke und rechte Bauchfalte) zweimal wöchentlich verabreicht werden

ACHTUNG: Wenn ein B12-Mangel über Injektionen behoben wurde, muss eine Wartezeit von 2 (besser 3) Monaten eingehalten werden zur Überprüfung des Speicherwertes bzw. des Holo-TC-Wertes! Ansonsten sind die Blutwerte falsch hoch, weil das B12, das sich unter der Haut bzw. im Muskel befindet mit gemessen wird. Das hat jedoch nichts mit dem tatsächlichen Speicherwert zu tun!

Mein Vorgehen:

  • ich fülle meine Speicher in der oben aufgeführten Dosierung mit intramuskulären Hydroxocobalamin-Spritzen auf
  • zukünftig werde ich keine Tabletten oder Tropfen mehr einnehmen, sondern mir alle drei Monate eine Hydroxospritze mit 1.500  μg zwecks Erhaltungsdosis verabreichen
  • ich werde mir kurz vor der Erhaltungsspritze meine Holo-TC-Werte messen lassen

Wichtige Infos über B12-Mangel mit Quellenangaben:

http://www.ht-mb.de/forum/vbglossar.php?do=showentry&id=165

B12-Infos bei VEBU:

https://vebu.de/gesundheit/naehrstoffe/vitamin-b12

Supplementierungsempfehlung laut Veganhealth.org

weitere hier verwendete Quellen: