Marmorkuchen, vegan

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Ich habe mich an einem Marmorkuchen versucht und bin richtig Stolz auf das Ergebnis. Als ich auf vegane Ernährung umgestellt habe, war mein erster Backversuch ebenfalls ein Marmorkuchen, der gründlich in die Hose ging. Ich hatte Sojamilch verwendet und irgendein seltsames Rezept. Das Ergebnis war grauenhaft. Es roch schrecklich nach Sojabohnen (war die Sojamilch von Alnatura, die ich fürchterlich finde), war viel zu klebrig und ist nicht einmal annäherend in die Höhe gegangen.

Danach hatte ich keine Lust mehr auf Marmorkuchen. Jetzt sind meine Backerfahrungen gereift, ich weiß in welchem Verhältnis Flüssigkeit und Bindemittel zum Mehl stehen müssen, habe für mich gelernt Sojamilch weder zum Backen noch zum Kochen zu verwenden, wenn es nicht unbedingt sein muss und kenne nun auch ein paar Tricks um den Kuchen aufgehen zu lassen. Meine Tochter hat sich für gestern nachmittag zum Besuch bei Oma und Opa einen Marmorkuchen gewünscht und ich habe einen erneuten Versuch gewagt.

Das Ergebnis kann sich auf jeden Fall sehen lassen :-).

Marmorkuchen - vegan

Der Kuchen war ratzfatz weg, woraus ich schließe, dass er nicht nur mir geschmeckt hat. Wahrscheinlich kann man die Stärke im Rezept bedenkenlos weglassen (was ich das nächste Mal auch machen werde). Der Kuchen sollte trotzdem genauso gut gelingen.

Wer es lieber vollständig vollwertig mag, kann den Mehltyp 1050 mit 100g Weizenvollkornmehl und 125g Dinkelvollkornmehl austauschen und Datteln anstatt Zucker zum Süßen verwenden. Die Maisstärke dann durch Pfeilwurzmehl oder Johannisbrotkernmehl (ca. 4 EL) austauschen und den Ei-Ersatz vollständig weglassen. Der Kakao sollte in diesem Fall dann auch stark entölt sein.

Hinweis: In diversen Rezepten habe ich gelesen, dass Zutaten für einen Rührteig immer Raumtemperatur haben sollten.

Zutaten für eine Kastenform normaler Größe:

300g Weizenmehl Typ 1050
1 EL Speisestärke (Mais)
120 g Rohrzucker *
250 bis 350 ml Hafermilch
1 Pck. Weinsteinbackpulver
1/2 TL Natron
1 Ei-Ersatz (1 EL Sojamehl auf 2 EL Wasser)
1 Prise Salz
1/2 TL gemahlene Vanille oder 1 Pck. Vanillezucker
80 ml Rapsöl
3 EL Kakao mit 4 EL Wasser verrührt

optional:
1 TL frisch gepresster Zitronensaft
Puderzucker zum Bestäuben

Und so wird’s gemacht:

Kastenform leicht einfetten und mit Mehl bestäuben. Ofen auf 175° (Umluft) vorheizen.

Mehl in eine Schüssel sieben. Natron, Backpulver, Salz und Vanille mit einer Gabel oder einem Schneebesen untermischen.

200 ml des Haferdrinks, Zucker und Öl (ggf. auch den optionalen Zitronensaft) in einer größeren Rührschüssel vermengen. Das Sojamehl im Wasser gut verrühren bis es sich auflöst und zugeben.

Die Mehlmischung nun in kleineren Mengen in die Ölmischung geben und dabei mit einem Schneebesen zügig zu einer geschmeidigen Masse verrühren (ich würde hier nicht auf die Küchenmaschine zurückgreifen, da der Teig ansonsten zu schaumig geschlagen wird). Je nach Bedarf weitere Hafermilch mit dem Esslöffel hinzufügen. Die Masse hat die richtige Konsistenz, wenn sie zähflüssig vom Löffel oder Schneebessen fällt (ich habe gestern nur 250 ml Hafermilch benötigt).

Zwei Drittel des Teiges nun in die Kastenform füllen.

Den angerührten Kakao in den restlichen Teig mischen. Sollte dieser zu zäh werden, etwas mehr Hafermilch hinzufügen.

Den dunklen Teig über den hellen Teig in die Kastenform einfüllen und mit einer Gabel spiralförmig vermengen. Die Oberfläche danach wieder glätten, damit der Teig gleichmäßig verteilt bleibt.

Kuchen ca. 55 min. backen, dann die Stäbchenprobe vornehmen. Sollte er noch nicht fest sein, die Oberfläche aber schon recht dunkel, kann man Alufolie über die Kastenform legen und den Kuchen weiter backen lassen.

Nach dem Backen kurz in der Form abkühlen lassen (ca. 10 min.), dann zur vollständigen Abkühlung auf ein Kuchengitter stürzen.

Nach der Abkühlen kann der Kuchen nach Belieben mit Puderzucker bestäubt werden.

Guten Appetit!

Zubereitungszeit: ca. 30 min.

* Der Kuchen wird mit dieser Menge Zucker nicht sehr süß. Die Zuckermenge kann bis auf 180 g erhöht werden, wer es süßer mag. Noch bessere Alternativen zum Rohrzucker sind natürlich Agavendicksaft (ca. 150 g) oder Reissirup (ca. 180 g). Da wir aber nicht die Rockefellers sind, verzichte ich auf die „gesunde“ Süße im Kuchen :-).

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Eiersalat – vegan, Variante 1 mit Tofu

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Ich hatte heute plötzlichen Heißhunger auf Eiersalat. Die Frage war nur, wie bekomme ich den vegan hin? Dabei fehlt es mir weniger an Eigeschmack als vielmehr an der leckeren Senf-Schmand-Sauce, die ich früher dazu gemacht habe.

Also habe ich ein bisschen geforscht und auch tatsächlich ein paar Rezepte für vegane Eiersalatversionen gefunden. Zwei Varianten konnte ich ausfindig machen: eine Tofu-Variante und eine tofufreie Variante. Da ich noch weichen Tofu aus dem Asia-Shop übrig hatte von gestern, beschloss ich spontan einen Eiersalat mit diesem Tofu auszuprobieren. Im Prinzip habe ich dafür mein ursprüngliches Rezept beibehalten, nur eben die Eier mit Tofu ausgetauscht und etwas Sellerie und Zwiebeln noch hinzugefügt, wie ich es in den meisten Rezepten gelesen hatte. Der große Trick besteht wohl darin, den Tofu in Kurkuma kurz anzubraten, Farbe und Geschmack optimal aufgenommen werden.

Das Ergebnis kommt wirklich sehr nahe an meinen ehemaligen Eiersalat dran und schmeckt sehr lecker! Ich bin mehr als überrascht, dass es so gut geklappt hat. Ein toller Salat für Grillpartys, als Brotaufstrich oder einfach so zum Mitbringen.

Wichtig bei dieser Variante ist dieser weiche Tofu aus dem Asia-Shop, der eben auch eine eiähnliche Konsistenz hat. Ich denke, mit Seidentofu könnte man ein ähnlich gutes Ergebnis hinbekommen. Den festen Tofu allerdings, der üblicherweise bei uns verkauft wird, halte ich eher für ungeeignet.
Die vegane Mayo kann man sicher auch durch Sojayoghurt und etwas Soja- oder Hafersahne ersetzen – wenn man es etwas weniger mächtig möchte. Ich werde es mal bei Gelegenheit ausprobieren. Aber die Mayo-Variante – speziell mit der Bruno Fischer Mayo – halte ich fast für unschlagbar…

Und hier die Zutaten für ca. 5 Portionen:

250 g weicher Tofu aus dem Asia-Shop
ca. 60 g vegane Mayo (ich empfehle dringend Bruno Fischer Mayonnaise hierfür)
1 kleine Zwiebel
1 Selleriestange
1/2 TL Kurkuma
2 TL Senf
1 Handvoll frischen Schnittlauch
1 EL Sonnenblumenöl
1 Schuß Sojasauce (Shoyu)
Ur-Salz, Pfeffer

Und so habe ich es gemacht:

Tofu klein würfeln (so klein, wie man die Stücke im Salat eben gerne hätte). Dann das Sonnenblumenöl in einer Pfanne erhitzen und das Kurkuma sehr kurz darin anschwitzen – ein, zwei Sekunden vielleicht. Gleich die Tofuwürfel hinterher schmeißen und gut darin wenden und anrösten. Ich habe abgewartet, bis der Tofu die Farbe vollständig aufgenommen und dann mit einem Schuß Sojasauce abgelöscht. Tofu beiseite stellen und abkühlen lassen (am besten dazu auch umfüllen).

Das sah dann erst einmal so aus:

Kurkuma Tofu

Im Anschluss wird die vegane Mayo in eine Schüssel gefüllt, die Zwiebel und die Selleriestange sehr fein gewürfelt und zur Mayo gegeben, den Senf hinzufügen und den Schnittlauch in kleine Röllchen schneiden und ebenfalls dazu gegeben. Alles gut verrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Zuletzt wird noch der etwas abgekühlte Tofu hinzugefügt. Dann sollte das Ganze noch gut durchziehen – obwohl es auch schon zu diesem Zeitpunkt sehr lecker schmeckt…

Mein Endergebnis sah folgendermaßen aus:

Nun bin ich noch auf Variante 2 – ohne Tofu gespannt. Die wird wohl in dieser Woche folgen.